Was ist eine Verbundene Risikolebensversicherung?

Eine Risikolebensversicherung ist die günstigste Variante, die finanziellen Folgen des vorzeitigen Todes für die Hinterbliebenen abzufangen.

Eine Sonderform stellt die Verbundene Risikolebensversicherung dar, bei der sich zwei oder mehr Personen gegenseitig absichern können – mit verschiedenen Vor-, aber auch einigen Nachteilen. Im Gegensatz zur kapitalbildenden oder fondsgebundenen

Lebensversicherung konzentriert sich die Risikolebensversicherung konsequent auf die Absicherung des vorzeitigen Todesfalls der versicherten Person: Verstirbt diese vor Vertragsablauf, wird die vereinbarte Todesfallsumme ausgezahlt und der Vertrag in der Regel beendet. Da eine Ablaufleistung beim Erreichen des regulären Vertragsendes nicht vorgesehen ist, muss kein Ansparvorgang finanziert werden – hier liegt der entscheidende Unterschied zu den klassischen oder fondsgebundenen Lebensversicherungen.

Verbundene Risikolebensversicherung – steuerliche Seite nicht vernachlässigen

Verbunde Risikolebensversicherung - Steuer

Damit grenzt sich die sinnvolle Verwendung der Verbundenen Risikolebensversicherung deutlich ein. Sobald Dritte begünstigt werden sollen, ist diese Konstellation kritisch zu überdenken. Hinterlassen Ehepaare keine Erben, wollen sich aber gegenseitig absichern, kann sich diese Lösung empfehlen. Werden dann noch beide Partner als Versicherungsnehmer eingetragen und die Beiträge von einem Gemeinschaftskonto abgebucht, fallen auch nur 50 Prozent der Leistung unter die Erbschaftssteuer – falls die Freibeträge bereits ausgeschöpft sind.

Vor allem Partner, die ohne Trauschein zusammenleben und sich absichern wollen, sollten die Erbschaftssteuer bei ihrer Entscheidung berücksichtigen: Profitieren Ehepartner von einem Erbschaftssteuerfreibetrag in Höhe von 500.000 Euro, können nicht Verheiratete nur 20.000 Euro steuerfrei erben. Im Gegensatz zur Verbundenen Risikolebensversicherung empfehlen sich demnach zwei separate Verträge, in denen sich die Partner über Kreuz begünstigen: Wird der Man Versicherungsnehmer und Bezugsberechtigter sowie Beitragszahler, ist die Frau versicherte Person – und umgekehrt. Sollte die Frau nun während der Laufzeit versterben, erhält der Mann die von ihm bezahlte Versicherungsleistung – Erbschaftssteuer fällt somit nicht an. Im Extremfall, also wenn beide Partner vorzeitig sterben sollten, erhalten die Erben dann die Summen aus beiden Verträgen.

Flexibilität, Kosten und Steuer – Vor- und Nachteile der Verbundenen Risikolebensversicherung

Ein weiterer Punkt, der in Ruhe überdacht werden will, ist die Möglichkeit einer Veränderung in den familiären Strukturen: Trennen sich Ehepaare oder unverheiratete Paare, ist es sowohl bei der Verbundenen Risikolebensversicherung als auch bei der Über-Kreuz-Variante kompliziert, die Verträge an neue Gegebenheiten anzupassen. Die Risikoprüfung wird immer explizit auf die versicherte Person oder Personen zugeschnitten – ändern sich diese, werden in der Regel die Verträge vollkommen neu kalkuliert. Diese geringe Flexibilität ist naturgemäß bei jeder Personenversicherung festzustellen. Trotzdem lohnt sich der Aufwand, denn bei zwei separaten Verträgen, die die Partner jeweils für den Fall des eigenen Todes abschließen, fallen deutlich höhere Erbschaftssteuern an.

Risikolebensversicherung vs. klassische oder fondsgebundene Lebensversicherung

Im Prinzip bestehen diese aber auch aus einer Risikolebensversicherung, die jedoch um einen Sparvertrag erweitert wird, was zu deutlich höheren Beiträgen oder geringeren Todesfallleistungen führt. Vor diesem Hintergrund wird klar, dass das Vorurteil, die Beiträge für eine Risikolebensversicherung wären verloren, sollte kein Versicherungsfall eintreten, falsch ist: Dieser Risikobeitrag wird in jedem Vertrag mit einer Todesfallabsicherung vom Beitrag abgezogen und das ganz unabhängig davon, ob die ausschließlich vom Rest des Versicherungsbeitrags zu bestreitende Anlage konventionell oder fondsgebunden erfolgt.

Versicherungssumme im Todesfall:

Gleichzeitig wird auch plausibel, dass die Versicherungsgesellschaft ihr Risiko, nämlich dass die versicherte Person wirklich vor Vertragsablauf sterben könnte, genau prüfen muss. Die Kalkulation erfolgt nach dem Gesetz der großen Zahlen: Würden nämlich überdurchschnittlich oft die Todesfallleistungen fällig werden, müssten die Beiträge deutlich erhöht werden. Aus diesem Grund werden vielfältige Informationen zur versicherten Person abgefragt, wie beispielsweise das Eintrittsalter und der ausgeübte Beruf, aber vor allem Auskünfte zum Gesundheitszustand, zu den Vorerkrankungen und zu gefahrerhöhenden Umständen.

Ein hohes Eintrittsalter verteuert diesen Versicherungsschutz ebenso wie gefährliche Hobbies, ungesunde Lebensgewohnheiten oder gravierende Vorerkrankungen. Im Extremfall kann der Versicherer den Versicherungsantrag auch ablehnen, wenn nämlich die Wahrscheinlichkeit eines Leistungsfalls schon auf der Grundlage der vorvertraglich angezeigten Fakten zu hoch ist.

Sonderfall: Verbundene Risikolebensversicherung

In den Standardverträgen kann ein Versicherungsnehmer, der demnach Vertragspartner der Versicherungsgesellschaft ist, das Leben einer Person, die nicht er selbst sein muss, absichern. Es werden also die individuellen Daten der versicherten Person geprüft, denn nur bei deren vorzeitigem Tod tritt der Leistungsfall ein und die Auszahlung wird fällig. Die Verbundene Risikolebensversicherung wiederum sieht mehrere versicherte Personen vor, jedoch steht auch hier die Todesfallleistung nur einmal zur Verfügung: Verstirbt eine der versicherten Personen, erhält der oder die Überlebende die Leistung ausgezahlt und der Vertrag erlischt.

Für die Versicherungsgesellschaft bedeutet das unter dem Strich, dass zwar für zwei Personen Versicherungsschutz geboten und dementsprechend geprüft werden muss, aber nur eine Summe fällig wird. Damit empfiehlt sich diese Sonderform vor allem für Menschen, die in erster Linie voneinander wirtschaftlich abhängig sind, wie beispielsweise Ehepaare ohne Kinder, aber auch Geschäftspartner oder Gesellschafter. Der Vorteil liegt in erster Linie darin, dass die Beiträge in der Regel günstiger sind, als dies bei zwei einzelnen Verträgen der Fall wäre. Der Nachteil darf aber nicht vernachlässigt werden: Versterben beide versicherte Personen, hinterlassen sie die Todesfallsumme nur einmal.

Es empfiehlt sich also eine Kosten-Nutzen-Analyse, um die optimale Variante herauszufinden:
  1. Bei zwei separaten Risikolebensversicherungen sind Kosten und Erbschaftssteuern höher, dafür genießen beide Partner eine große Flexibilität: Im Trennungsfall nimmt jeder Partner seinen Vertrag, den er ganz individuell gestalten kann, einfach mit. Sollten beide Partner versterben, beziehen die Hinterbliebenen beide Todesfallleistungen.
  2. Bei zwei Verträgen, die über Kreuz gestaltet werden, bleiben die Kosten ebenso hoch, dafür müssen keine Erbschaftssteuern gezahlt werden. Eine Änderung der versicherten Person ist jedoch kompliziert, beide Todesfallleistungen werden im Extremfall an die Hinterbliebenen ausgezahlt.
  3. Die Verbundene Risikolebensversicherung weist niedrige Kosten auf, leistet aber auch nur einmal im Falle des Todes einer versicherten Person. Gleichzeitig können individuelle Wünsche der beiden Partner ebenso wenig berücksichtigt werden wie die Änderung der versicherten Personen. Erbschaftssteuer kann vor allem bei nicht Verheirateten anfallen.